Ach wie habe ich das vermisst. In unserem Traumreich-Wald zu sitzen und mich mit euch zu unterhalten. Schön dass ihr noch da seid. Und Kalt ist es geworden. Kommt näher. Das Feuer brennt und läd euch ein zu verweilen. Hier, in unserem Geleit steht ihr am Rande der Zeit. Hier wird euch nichts passieren.
Ja, kalt ist es geworden. Das Jahresrad dreht sich unaufhörlich weiter. Samhain naht. Und ich weiß nicht, ob ihr es auch spürt, aber in letzter Zeit spürt man deutlich, dass die dunkle Jahreszeit anbricht. Einige von euch sprechen von einem Portal dass sich geöffnet hat. Ein alles-transformierendes Portal. Andere sprechen von einer unschönen Sternenverbindung. Eine Unheilbringende.
Und irgendwas ist tatsächlich komisch. Es "passiert" so vieles um uns herum. Krankheiten, Tod, Streitereien, Unheil. Man könnte meinen, dass diese Zeit verhext ist. Und tatsächlich glauben nicht nur wir das. Schon seit vielen tausenden von Jahren begann zu dieser Zeit die Herrschaft der Ceridwen. Der dunklen Hexe und Göttin. Sie ist bekannt dafür, dass sie uns in ihren Kessel wirft und ordentlich durchwirbelt. Sie ordnet alles neu.
Alles, was in unserem Leben als sicher galt und uns vielleicht sogar Halt gegeben hat und uns gehalten hat ist anders... oder es ist gar nicht mehr. Alles wird neu von ihr geordnet. Es fühlt sich an, als würde die dunkle Alte mit ihrer Sichel durch die Felder schreiten und unwillkürlich den einen oder anderen "schneiden"... Ein Muster ist nicht zu erkennen. Fakt ist aber, dass ihr Weg nicht immer der leichteste ist. Und verstehen kann man ihn sowieso schon mal gar nicht.
Gerade in den letzten Wochen erlebte ich mit euch sehr harte Schicksale. Immer bewegten sie mich und brachten mich zum Nachdenken. Auch wenn ich weiß, dass Ceridwens Zeit angebrochen ist, und dass sie uns in ihren Kessel wirft um uns und unser Leben neu zu ordnen, ist es oftmals nicht leicht, mit alledem umzugehen. Nicht nur ein Mal habe ich mich nach dem "Warum" gefragt. Eine Antwort habe ich vergeblich gesucht. Oder?
Oftmals habe ich die Antwort von ihr bekommen, wusste sie aber nicht zu deuten. Verstand sie erst viel viel später. Und am Ende war eines immer gleich: "Ich verstand ihren Weg".
Aber wisst ihr was wirklich schwer ist? Ihren Weg zu ertragen. Ich weiß das. Und ich verstehe jeden Schmerz den ihr im Moment mit euch tragt.
Auf dem Feld des Lebens wird gesät, geerntet, gewässert, gepflügt... es ist ein immer währender Kreis. Der Kreis unseres Lebens.
Bei allem was euch im Moment bedrückt, schaut einmal auf euer ganz eigenes Feld zurück. Was habt ihr schon alles ernten dürfen? Und damit meine ich nicht nur die großen Geschenke. Schaut euch einmal die kleinen Ernten an. Schaut euch die Dinge an, die ihr erst auf dem zweiten Blick erkennt.
Ich bin mir sicher, wenn ihr darüber nachdenkt, dann erkennt ihr, wie viel euer Feld des Lebens schon getragen hat. Und nur weil jetzt eine "dürre" in euer Leben kommt, heißt es nicht, dass euer Feld versiegen wird.
Auch wenn es schwer fällt und es oft keinen Ausweg zu geben scheint, bitte ich euch: VERTRAUT!
Euch selbst. Der ursprünglichen Kraft in euch. Vertraut eurem Körper. Vertraut eurem Gefühl. Vertraut euch!
Denn so wie die Bauern oftmals ganz tief in sich gehen müssen um ihr Feld im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften, so müssen wir auch immer wieder ganz genau in uns reinspüren um zu wissen, wann wir unser Feld wie bearbeiten müssen und wann es brach liegen sollte.
Ich glaube an euch! Und auch wenn die Zeit jetzt sehr schwarz ist, weiß ich, dass irgendwann das Licht wieder zu uns zurückkehren wird.
Und das verspreche ich euch!
Fühlt euch umarmt! Und Du Pia, ganz besonders!!!

