Waldgeflüster

Sonntag, 10. September 2017

Mabon 2017 - Wie ein Stein so sollten wir sein



 September! Ehrlich? Als ich auf den Kalender gesehen habe, habe ich gedacht, ich träume. Aber ich träume nicht. Es ist wirklich schon wieder Herbst. Das Jahr ist schon fast wieder vorbei. Wo ist es nur geblieben?? Husch Husch weg war es.
Aber noch ist es nicht vorbei. Und im September feiern wir erst einmal Mabon – die Herbst Tag und Nachtgleiche oder auch Erntedank. Am 22. September ist es soweit. Wir werden dieses Mabon ausnahmsweise nicht in Stonehenge feiern, sondern bei den Externsteinen.
Ich liebe diese Steine und sie passen wunderbar zu Mabon. Es geht an Mabon nämlich um eine sehr tiefe Erdverbundenheit und somit natürlich auch um das Gestein auf Mutter Erde.
Mir ist dazu ein Gedanke gekommen. Als ich letzte Woche mit unserem Freund aus Freiburg an den Steinen war um sie ihm zu zeigen, kam mir ein Gedanke, den ich gerne mit euch teilen möchte.

Steine
… man kann über sie stolpern,
Gewalttätige benutzen sie gerne als Waffe
Architekten bauen mit ihnen
die Kinder spielen mit ihnen
Künstler formten aus ihnen die schönsten Skulpturen…

In all den Fällen unterscheidet sich nicht der Stein, sondern der Mensch der mit dem Stein etwas macht. Der Stein bleibt über Jahrtausende immer der Stein… Aber die Menschen die mit ihm etwas machen, ändern sich.

Ich saß also auf der Wiese vor den Externsteinen und sah die Steine an. Diese alten Steine. Wunderschön anzusehen. Es waren 2 Schulklassen vor Ort und die Kinder kletterten auf die Steine und lachten und erzählten. Ich fragte mich, wie viele Menschen schon auf diesen Steinen waren, sie angefasst haben, ihnen ihr Leid geklagt haben. Wofür wurden die Steine verwendet? Als Kraftort? Als Ort der Muse für Dichter? Als Schutz für Liebende? Als Schutz vor Angreifern? Als Ort zum Brüten für Vögel, Mäuse, Echsen?
Es mag so viele Möglichkeiten geben wie Sterne am Himmel. Die Steine aber waren immer sie selbst. Geduldig haben sie alle Besucher Willkommen geheißen und jedes Lebewesen sie selbst sein lassen.
An Mabon geht es genau um das. Erdverbundenheit, geerdet sein. Als ich die Steine so ansah, wurde ich nachdenklich. Wie geerdet bin ich eigentlich im Moment? Bin ich noch der schützende, stärkende Ort für andere Menschen und natürlich auch für mich selbst? Wie stark stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden? Als was werde ich verwendet? Und was halte ich davon?

Diese Gedanken erinnerten mich an eine Schamanische Reise, die ich vor vielen Jahren einmal gemacht habe. Ich fühlte mich als Baum. Als ein starker fester Baum. Tief verwurzelt mit meinen Ahnen und der Heimatlichen Erde. Fast hätte ich all das vergessen, habe mich zu sehr von der Welt zerstreuen lassen. Es ist Zeit mich wieder zu erden! Wieder eins zu werden mit mir. Mit der Erde die mich trägt und mit den Wurzeln die mich nähren.

An Mabon werden wir an den Externsteinen ein Ritual abhalten. Und eine unserer Fragen wird sein:

Welche Wurzeln nähren Deine Seele? Wie viel Stein ist in Dir?

Könnt ihr diese Frage für euch beantworten? 

Wir wünschen euch einen geerdeten Herbst

Blessed be!!