September! Ehrlich?
Als ich auf den Kalender gesehen habe, habe ich gedacht, ich träume.
Aber ich träume nicht. Es ist wirklich schon wieder Herbst. Das Jahr
ist schon fast wieder vorbei. Wo ist es nur geblieben?? Husch Husch
weg war es.
Aber noch ist es
nicht vorbei. Und im September feiern wir erst einmal Mabon – die
Herbst Tag und Nachtgleiche oder auch Erntedank. Am 22. September ist
es soweit. Wir werden dieses Mabon ausnahmsweise nicht in Stonehenge
feiern, sondern bei den Externsteinen.
Ich liebe diese
Steine und sie passen wunderbar zu Mabon. Es geht an Mabon nämlich
um eine sehr tiefe Erdverbundenheit und somit natürlich auch um das
Gestein auf Mutter Erde.
Mir ist dazu ein
Gedanke gekommen. Als ich letzte Woche mit unserem Freund aus
Freiburg an den Steinen war um sie ihm zu zeigen, kam mir ein
Gedanke, den ich gerne mit euch teilen möchte.
Steine
… man kann über
sie stolpern,
Gewalttätige
benutzen sie gerne als Waffe
Architekten bauen
mit ihnen
die Kinder spielen
mit ihnen
Künstler formten
aus ihnen die schönsten Skulpturen…
In all den Fällen
unterscheidet sich nicht der Stein, sondern der Mensch der mit dem
Stein etwas macht. Der Stein bleibt über Jahrtausende immer der
Stein… Aber die Menschen die mit ihm etwas machen, ändern sich.
Ich saß also auf
der Wiese vor den Externsteinen und sah die Steine an. Diese alten
Steine. Wunderschön anzusehen. Es waren 2 Schulklassen vor Ort und
die Kinder kletterten auf die Steine und lachten und erzählten. Ich
fragte mich, wie viele Menschen schon auf diesen Steinen waren, sie
angefasst haben, ihnen ihr Leid geklagt haben. Wofür wurden die
Steine verwendet? Als Kraftort? Als Ort der Muse für Dichter? Als
Schutz für Liebende? Als Schutz vor Angreifern? Als Ort zum Brüten
für Vögel, Mäuse, Echsen?
Es mag so viele
Möglichkeiten geben wie Sterne am Himmel. Die Steine aber waren
immer sie selbst. Geduldig haben sie alle Besucher Willkommen
geheißen und jedes Lebewesen sie selbst sein lassen.
An Mabon geht es
genau um das. Erdverbundenheit, geerdet sein. Als ich die Steine so
ansah, wurde ich nachdenklich. Wie geerdet bin ich eigentlich im
Moment? Bin ich noch der schützende, stärkende Ort für andere
Menschen und natürlich auch für mich selbst? Wie stark stehe ich
mit beiden Beinen auf dem Boden? Als was werde ich verwendet? Und was
halte ich davon?
Diese Gedanken
erinnerten mich an eine Schamanische Reise, die ich vor vielen Jahren
einmal gemacht habe. Ich fühlte mich als Baum. Als ein starker
fester Baum. Tief verwurzelt mit meinen Ahnen und der Heimatlichen
Erde. Fast hätte ich all das vergessen, habe mich zu sehr von der
Welt zerstreuen lassen. Es ist Zeit mich wieder zu erden! Wieder eins
zu werden mit mir. Mit der Erde die mich trägt und mit den Wurzeln
die mich nähren.
An Mabon werden wir
an den Externsteinen ein Ritual abhalten. Und eine unserer Fragen
wird sein:
Könnt ihr diese
Frage für euch beantworten?
Wir wünschen euch einen geerdeten Herbst
Blessed be!!

