Sommersonnenwende
- Mittsommer
Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur.
Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft'gen Tal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.
von Ludwig Uhland (1787-1862)
Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur.
Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft'gen Tal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.
von Ludwig Uhland (1787-1862)
Ist
es nicht herrlich draußen? Schaut nicht so auf meine Füße. Ich
laufe um diese Jahreszeit immer Barfuß. Nur so spürt man, dass der
Boden schön warm ist und lebt. Bei jedem Schritt wird einem bewusst,
dass es Sommer ist. Spürt ihr die warme Luft auf eurer Haut? Spürt
ihr den Wind der die Kirschen im Baum tanzen lässt? Ist es nicht
herrlich? Die ersten Glühwürmchen tanzen abends in den Lüften und
verzaubern die Welt. Unwirklich erscheint sie mir dann. In einer Welt
in der Hektik und Stress an der Tagesordnung sind… in der Qualität
regiert … da tanzen Glühwürmchen. Es kommt mir dann wie eine ganz
eigene Zauberwelt vor. Aber so geht es mir nicht allein. Schon
William Shakespeare hat sich von
dieser Jahreszeit inspirieren
lassen. Kennt ihr den „Mittsommernachtstraum“ von ihm? Mit den
Feen und Elfen und Puk? Nein? Dann kann ich euch dieses Werk wirklich
empfehlen. Es wird euch zum lachen bringen aber auch an manchen
Stellen nachdenklich stimmen.
Trauer
ist der Preis den wir für Liebe zahlen müssen.
In
ihm steckt so viel wahres. So sehr ich den Frühling und Sommer auch
liebe, um so wehleidiger werde ich, wenn der Herbst wieder naht und
wenn die Tage wieder kürzer werden. Nur wer wirklich liebt, kann so
etwas wie Trauer überhaupt empfinden. Wenn mir die Jahreszeiten egal
sind, so wird mir auch der Wechsel in die dunkle Jahreszeit nicht
schwer fallen. Natürlich werde ich den Übergang spüren, aber es
wird mich nicht melancholisch machen. Ja, aber warum liebt man denn
dann? Wenn es einem am Ende nur Schmerz bringt? Das habt ihr treffend
gefragt. Nun, ich kann nur von mir aus sprechen. Ich liebe gern. Ich
liebe das Leben, mein Leben und alles was dazu gehört. Ich liebe die
Natur mit ihren kleinen und großen Wundern. Ja, ich liebe. Und zwar
im vollem Bewusstsein, dass dazu auch Schmerz und Trauer gehört.
Natürlich wäre mein Leben einfacher, wenn es keinen Schmerz und
keine Dunkelheit geben würde. Aber ich finde, es gehört einfach
dazu. Was wäre denn ein Frühling, wenn man die Farben nicht zu
schätzen wüsste? Die Gerüche? Was wäre der Sommer, wenn man an
einem Getreidefeld einfach so vorbeigehen würde ohne innezuhalten
und den wahren Reichtum zu erkennen? Was wäre die Liebe zu einem
Mann, wenn man Oberflächlich fühlen würde? Es wäre nur halb
gelebt. Und so wie man nicht halb leben kann (entweder ganz oder gar
nicht), kann man auch den Jahreskreis nicht halb haben. Licht und
Dunkel… Sommer und Winter… alles kommt und geht und muss im
Einklang bleiben. Auch Trauer und Liebe. Und so wird auch dieser
Sommer einmal vergehen. Das ist der Preis den wir für die Liebe
zahlen müssen. Aber wir können uns sicher sein, dass der nächste
Frühling schon auf uns wartet. Und noch ist Sommer. Ihr solltet
jetzt nicht vor dem PC sitzen. Geht raus. Liebt! Genießt die Natur.
Legt euch ins Gras und schaut den Wolken zu. Setzt euch an einen
kühlen Bach und taucht eure Füße hinein. Beobachtet die
Glühwürmchen. Liebt mit allen Sinnen!
Und
wenn am 21.06 die längste Nacht anbricht, so geht hinaus und sammelt
9 Kräuter. Bindet
euch daraus ein
Sträußchen und legt ihn in der Mittsommernacht
unter euer Kopfkissen. Schafft euch eine Erinnerung an den Sommer.
Sammelt Johannsikraut, Beifuß, Nachtkerze, Königskerze, Blutwurz,
Nelkenwurz, Fieberklee, Ginster und Rainfarn und trocknet die Kräuter
und bindet daraus Sträuße. Sie werden euch gut durch die nahende
Dunkelheit führen. Gerade das Johanniskraut in der Mittsommernacht
gepflückt hat eine enorme Kraft. Aber vorsicht! Man sollte es
vermeiden in dieser Nacht auf Johanniskraut zu treten. Das macht den
Elfenkönig und sein Gefolge wütend und man wird für ein Jahr und
einen Tag ins Elfenreicht entführt. Und streut man sich Sporen des
Rainfarns über den Körper, soll man sogar unsichtbar werden. So
machen es angeblich die Elfen. Woher ich das weiß? Na sie haben es
mir in der letzten Mittsommernacht zugeflüstert.
Es
ist Sommer! Genießt ihn! Auch ich werde am 21.06 ums Feuer tanzen
und so viel Sommer tanken wie ich kann. Natürlich werde ich mit den
Feen und Elfen tanzen und feiern und den ein oder anderen
Hollundertrunk zu mir nehmen. Wer weiß, was sie mir zu
fortgeschrittener Stunde dann wieder erzählen. Ich werde es euch
ganz genau Berichten :) Versprochen
Blessed
be!
Eure Hexe
Eure Hexe




