| "Viola riviniana", das hell-violette Hainveilchen |
Veilchen haben einen ganz besonderen, leichten und wohlriechenden Duft. Nimmt man eine Blüte in die Hand und zerdrückt sie, macht sich zuerst ein "grüner" Geruch breit, ein recht typischer Planzengeruch den viele Blumen an sich haben - und den ich einfach "grün" nennen mag... :-) Nach einer Weile jedoch, ganz sanft, kommt der typische Veilchenduft durch, der bei der dunklen "Viola odorata" (Duftveilchen) am stärksten ausgeprägt ist. Dieser Duft ist so leicht und lecker, daß man ihn seit Urzeiten gerne zu Parfüm verarbeitet. Er ist aber schwer zu erhalten oder zu gewinnen - die Blüten müssen ganz vorsichtig und langsam getrocknet werden, sonst "verduftet" er. Oftmals werden daher die Blüten frisch verarbeitet - aber dann besitzen sie mehr von dem "grünen Duft", der das eigentliche Veilchen-Aroma übertönt.
| Diese dunkleren Exemplare dürften zu "Viola odorata" gehören, dem Duftveilchen. Wunderschön eingebettet und umgeben von Scharbockskraut-Blättern und einer gelben Scharbocks-Blüte. |
Aber auch bei Hautleiden wie Milchschorf, Hautausschlag und Akne wurden sie verwendet. Dafür wird jedoch vorrangig das Stiefmütterchen genutzt, und es befindet sich heute noch in sanften Salben und Tee gegen Akne. Sie ist nicht so sehr für die härteren Fälle geeignet...
Das Stiefmütterchen hat übrigens - im Unterschied zu den anderen Veilchen - 2 Blütenblätter oben, zwei an der Seite und ein großes unten: die Stiefmutter mit ihren Töchtern.
A Propos Stiefmütterchen und ihre Töchter: es gibt da eine Sage, in der die Tochter eines reichen Mannes in ein Veilchen verwandelt wird, das nur alle 10 Jahre einmal in der Walpurgisnacht blüht. Wer es dann pflückt, erlöst die Jungfrau und erhält sie mit all den Schätzen ihres Vaters als seine Frau. Bisher hat sie noch niemand erlöst und so wandert sie weiterhin durch die Walpurgisnächte in denen es oft nach Veilchen riecht... vielleicht eine etwas anrüchige Geschichte; denn an Walpurgisnacht wurden gerne nach Veilchen duftente Töchter, die Blumen des Hauses, gepflückt... man mußte nur die richtige erwischen ;-)
| Unterschiedliche Wachstumsstadien in einer Gruppe - knospend, aufgeblüht,.... Veilchen sind gern gesellig! |
Da die Veilchenblüten als ungiftig gelten, kann man sie gerne direkt zu Schnaps oder Likör verarbeiten: einfach so viele Blüten in eine Literflasche mit "dickem Hals" - oder einem Einmachglas oder Karaffe - geben wie dort hineinpassen und mit einer Flasche (0,7l) Wodka oder noch besser Korn übergießen. Zwei bis drei Wochen an ruhigem, dunklen Ort oder unter der Erde ziehenlassen und absieben. Eine ganze Menge Zucker (200g) mit etwas Wasser (100ml) aufwärmen, eindicken lassen und mit dem Alkohol-Ansatz vermischen.
Voilà!
Funktioniert genauso mit Pfefferminze (lecker) oder -als Hustensaft- mit Spitzwegerich. Die Mengen dürfen natürlich je nach Geschmack variieren :-)
Oh, auch sehr zu empfehlen:
Lakritz mit Veilchengeschmack! Ich mag eigentlich keine Lakritz, aber die Veilchendrops aus Holland sind absolut lecker !
Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur
