Wie
haben sie Dich, Baum, verschnitten
Wie
stehst Du fremd und sonderbar!
Wie
hast Du hundertmal gelitten,
bis
nichts in Dir als Trotz und Wille war!
Ich
bin wie DU!
Mit
dem verschnittnen, gequälten Leben brach ich nicht
und
tauche täglich aus durchlittnen
Roheiten
neu die Stirn ins Licht.
Was
in mir weich und zart gewesen,
hat
die Welt zu Tod gehöhnt...
Doch
unzerstörbar ist mein Wesen,
ich
bin zufrieden, bin versöhnt!
Geduldig
neue Bätter treib ich,
aus
Ästen hundertmal zerspellt...
Und
allem Weh zum Trotze bleibe ich
verliebt
in diese verrückte, wirre Welt!
Hermann
Hesse, Juli 1919