Waldgeflüster

Mittwoch, 29. November 2017

Über die Beseeltheit der Dinge

Wir leben in einer beseelten Welt, einer lebendigen Welt, in der alles um uns herum lebendig ist !

Ich erzähle oft und jedem, der es nicht wissen will, daß alle Dinge beseelt sind, sprich daß nicht nur jeder Mensch oder inzwischen unumstritten auch jedes Tier ein irgendwie geartetes Bewusstsein besitzt, wenn nicht zumindest Teil eines kollektiven Bewusstseins ist und seinen eigenen winzigen Teil zu diesem Bewusstsein beiträgt. Somit sind auch Pflanzen, ja sogar Steine und Gegenstände lebendig, bewußt, beseelt.

Nur sind alle diese Wesen, so will ich sagen, unterschiedlich wach. Pflanzen reagieren und agieren durchaus, nur eben langsamer. Empfinden wir Tiere, uns Menschen eingeschlossen, in Bruchteilen von Sekunden so sind dies bei Pflanzen schon Minuten, bei Bäumen vielleicht Tage. Andere Dinge ändern und verhalten sich vielleicht in Jahrtausenden oder Jahrmillionen. Ich spreche hier ganz "bewußt" nicht vom Denken, denn diesen Vorgang meine ich nicht. Ich meine mehr das Fühlen, das Sein, vielleicht nur das Speichern von Gefühltem, Erlebtem. Ich meine damit die Geist-Welt mit ihren Repräsentanten in unserer sichtbaren, anfassbaren physischen Welt. Provokant ausgedrückt und noch passend zu dieser Jahreszeit: alle Wesen sterben im Schnitt unterschiedlich schnell, wenn sie sterben. Denn auch das Sterben ist ein "Erleben", eines der wichtigsten im Leben überhaupt.

Ursprünglich wollte ich mit Euch nur einen kleinen Satz teilen, der mir neulich unterkam, und der mich auf die Idee brachte, Euch diese Zeilen zu schreiben. Ein Satz aus arabischer ( nicht indischer oder indianischer ) Mythologie, die in manchen Aspekten offenbar eine ähnliche Ansicht teilt wie ich:

Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze, 
träumt im Tier und
erwacht im Menschen.


Muyhiddin Ibn Arabi

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur