Und am siebten Tage
ging der Regenwurm Surfen!
Schön dass ihr euch
wieder hier her verirrt. In unseren magischen phantasievollen Blog!
Seid willkommen! Och, jetzt meckert doch nicht gleich übers Wetter!
Soooo schlimm ist es doch gar nicht. Ja, es regnet. Ja gut- es regnet
richtig viel! Aber ist das so schlimm? In meinem letzten Blog habe
ich ja schon den Gedanken geäußert, dass der Regen für uns zwar
schlimm ist, aber für andere Lebewesen genau richtig! Und prompt
fällt mir dazu ein Bild von „Morticia Adams“ ein.
Wie ich jetzt darauf
komme? Nun, ich möchte es euch erzählen. Als mich mein Mann am
Sonntag vor die Tür jagte um Brötchen zu holen (ja, er hat mich
noch fest im Griff ^^), regnete es in Strömen! Kurz nach meiner
Grippe hatte ich keine Lust wieder krank zu werden und zog eine
Schnute als ich sah, dass der Regen heftiger wurde, als ich Zuhause
angekommen war. Ich stieg aus dem Auto aus um die Treppen zu unserem
Haus hoch zu rennen aber dann sah ich ein ziemlich großes Rinnsal
über das ich hopsen musste um keine nassen Füße zu bekommen. Mein
erster Gedanke war: „Oh ne! Bitte keine nassen Füße!!“ Dann
gingen die Gedanken weiter: „Wenn das Rinnsal hier schon so schlimm
ist, dann ist das Hochwasser im Dorf mit Sicherheit nicht mehr weit“
und so wurde mit jedem Gedanken das Rinnsal schlimmer und heftiger!
In meinen Gedanken stand ich schon am reißendsten Fluß überhaupt!
… Plötzlich entdeckte ich etwas in dem Rinnsal. Ein Regenwurm
ringelte sich genüßlich in dem Wasser. Ja, ich bin mir eigentlich
fast sicher, dass er laut lachte und sich pudelwohl fühlte. Doch!
Ich glaube, dass Regenwürmer Surfen können. Dieser Regenwurm ist in
seinem Freundeskreis bestimmt ein ganz cooler. :) *
Ich blieb eine
Zeitlang dort stehen und beobachtete diesen Regenwurm der lustig
weiter „surfte“.
Dann sah ich das
Rinnsal an und dann kam mir in den Sinn, dass es meine ganz eigene
Schwelle zum Schwellenfest an Mabon ist. Wisst ihr noch? Ich habe
euch vor ein paar Jahren von dem Schwellenfest erzählt. Es geht
darum, dass ihr an Mabon an der Schwelle vom „hellen Jahr“ zum
„dunklen Jahr“ steht. Die Nacht und der Tag sind um den 21.9
exakt gleich lang! Alles ist im Einklang! Die helle Jahreszeit
verabschiedet sich und übergibt die Herrschaft an die dunkle
Jahreszeit.
Und dieses Rinnsal
verkörperte für mich plötzlich diese Schwelle. Meine ganz eigene
Schwelle. Ich stand noch auf der „hellen Seite“ des Sommers und
ich musste da hinüber... in die „dunkle Jahreszeit“ hinein. Ich
konnte auf beide Seiten schauen... Ich sah mir die Seite auf der ich
noch stand – also die „helle Seite“ genau an! Ich erinnerte
mich, was alles bis jetzt im Jahr geschehen war. Es ist schon
verrückt, wie schnell so ein Jahr verrint. Und ehe man sich
versieht, kommt die Herbst – und damit auch die Tag und
Nachtgleiche.
Ich stehe noch auf
meiner Seite – der „hellen Seite“ des Jahres. Noch ist Sommer.
Ist es nicht auch
so, dass man sagen könnte „der Sommer des Lebens?“ Ja, jetzt bin
ich noch jung, aber wie schnell kommt auch für mich und für euch
der Herbst? Oftmals unmerklich wie dieses Rinnsal... Ich muss dem in
die Augen schauen. Ich muss meinen Blick auf den Herbst als
Jahreszeit richten und auch auf den Herbst in meinem Leben. Denn er
kommt! Daran kann nichts und niemand was ändern! Aber wir können
unsere Einstellung zu dem Thema ändern!
Darüber hinaus
sollte ich aber auch meinen Sommer nicht vergessen – den Sommer als
Jahreszeit und den Sommer meines Lebens. Alles als Gesamtes fest im
Blick – das helle und das dunkle...damit ein Gleichgewicht
entsteht. Ein Gleichgewicht aus Sommer und Herbst , aus Licht und
Dunkel und aus der Erinnerung und der Zukunft. Denn nur, wenn alles
im Gleichklang bleibt, bin auch ich im Reinen mit mir selbst.
Viele Menschen haben
Angst vor der dunklen Jahreszeit. Sie haben Angst vor der Einsamkeit,
der Stille und den dunklen Gedanken. Und ich kann sie verstehen. Wir
leben in einer Gesellschaft, in der man oft allein gelassen und
vergessen wird. Eine Gesellschaft in der sich jeder nur noch der
Nächste ist. Für all diese Menschen wird der Schritt über die
Schwelle bestimmt eine echte Herausforderung!
„Es ist doch
eigentlich nur ein Schritt! Ganz einfach“ - so meint man. Und doch
können und wollen viele Menschen diesen gar nicht gehen. Sie wollen
am Sommer festhalten und das Licht behalten. Sie wollen ewig jung
bleiben. Sie spüren, dass sie sich der Schwelle nahen, aber diese
wird ignoriert. Der Kopf macht dicht und diese Schwelle wird zum
größten Hindernis aller Zeiten!
Vielleicht sagt ihr
jetzt vielleicht sogar, dass ich ja keine Ahnung habe und dass es
nicht so einfach ist diesen einen Schritt zu gehen!
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| Natürlich könnt ihr mitten rein hopsen- in euer Rinnsal- aber tretet dabei dem Regenwurm nicht auf den Kopf :) Ganz egal was ihr auch macht, es zählt nur, dass es euch dabei gut geht!!! |
Vielleicht ist das
so. Vielleicht stehe ich nicht in euren Schuhen und weiß nicht, wie
groß euer Rinnsal ist und ich kann und will euch gar nicht belehren!
Das liegt mir fern. Aber während meiner Arbeit mit Menschen hat sich
eine Empfehlung heraus kristalisiert, die ich euch einfach mit auf
den Weg geben möchte.
„Traut euch! Geht
diesen Schritt“ Geht ihn bewusst und lasst das, was auf euch
zukommt nicht negativ werden! Schaut dem direkt in die Augen! Denn
eine Hürde ist nur dann eine Hürde, wenn eure Einstellung sie zu
einer Hürde macht.
Wisst ihr, auch ich
stehe hier an dem Rinnsal. Am Übergang zur Dunkelheit. Wie ihr alle!
Auch ich habe auch Angst vor den dunklen Zeiten im Leben (wie wohl
jeder). Aber ich schaue mir mein Umfeld jetzt einfach mal bewusst an.
Auf der „hellen Seite“ stehe ich! Dort unten zu meinen Füßen
fließt das Rinnsal und auf der anderen Seite ist es auch genauso
nass wie hier! Denn hier regnet es genauso wie dort auf der anderen
Seite! Regen gibt es überall und er gehört zum Leben dazu wie
aufgeweichte Brötchentüten (da fällt mir ein, dass ich langsam mal
nach oben gehen sollte... ^^)... Das Schwellenfest naht und unser
eigenes Rinnsal wartet auf uns! Und wenn ihr vor so einer Schwelle
steht, dann denkt doch einfach daran, dass ihr diese Schwellen nicht
ändern könnt! Und ihr wisst meistens, wie ihr drüber kommt. Ihr
könnt eure Einstellung dazu ändern. Hopst einfach drüber! Und
vergesst nicht, dass diese Schwellen wichtig sind ! Denn wo um alles
in der Welt hätten denn Regenwürmer sonst die Möglichkeit zu
Surfen?
In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Mabon!
Und zum hopsen gibt es noch einen "Motivationsruf" von mir für euch:
Wir Holländer sagen immer: "Tsjakkkkkka! Du schaffst es!" :)

