Litha... Das Jahr steht in voller Flamme und doch naht schon bald die Nacht, in der das Feuer der Sonne jeden Tag etwas schwächer wird. Litha. Ich habe schon oft erzählt, was Litha ist und was es bedeutet. Heute möchte ich euch ein ganz persönliches Erlebnis erzählen. Ich habe Litha am eigenen Körper erleben dürfen.
Genau
ein Jahr ist es jetzt her, seitdem ich an Litha mit dem Feuer in
Berührung kam. Ein langes Jahr...
An
Litha war es ein schweres Gewitter welches mir in Form von Blitzen
zeigte, dass es dem Feuer egal ist, ob ich es mag oder nicht. Bis zu
diesem Tag damals habe ich es gemieden, das Feuer als Element
anzurufen, es zu akzeptieren, ich verstand nicht, dass auch ich das Feuer
in mir trage...Und ich hatte panische Angst vor Gewittern!
An Beltane 2012 rief ich zum ersten Mal bewusst das Feuer an..während unseres Beltane Rituals... weil es nicht anders ging, und es erschien mir, als ob es aufwachte... das Feuer in mir... Aber noch zeigte es sich nicht... bis ...ja bis...
...zu dieser einen Nacht...Litha 2012... Das Gewitter von dem ich euch erzählte schlich mir förmlich durch jede
Faser meines Körpers und ich spürte, dass sich irgendetwas in mir
veränderte. Wir hielten draußen an einer Quelle ein Ritual ab und die Blitze zuckten wild und der Donner grollte so schwer und erbitterlich- ...Das Feuer zeigte mir seine Kraft! Als hätte es seinen Höhepunkt erreicht!
Mit jedem Tag zeigte mir das Feuer, personifiziert durch
einen Mann, dass es mich zerstören kann aber auch wärmen kann. Und
ich brauchte ein ganzes Jahr um zu verstehen, dass auch ich ein Kind
des Feuers bin. In dieser Zeit nach Litha zog mich die Dunkelheit immer tiefer in ein seelisches Loch. Zufall, dass es an Litha eben auch darum geht? Dass die Sonne (das innere Licht und die Kraft) an Macht verliert und die Dunkelheit über uns kommt? Erst an Yule wurde mir so langsam wieder bewusst, dass da noch was in mir ist- mein persönliches Feuer und Licht...und ich verspürte den Wunsch wieder neu ins Leben zurückzukommen... Jedes Jahreskreisfest passte so unglaublich gut in diesem Lehrreichen Jahr.
Ich habe in diesem Jahr viel über mich und mein Feuer gelernt.
Mein
Feuer ist die Seelenwärme in mir - die Liebe zu allem.. und selbst
dann noch, wenn ich eigentlich Wütend sein müsste...
Das
Feuer lehrte mich, dass niemand anderes mir helfen kann als ich mir
selbst. Es haben viele liebe Menschen versucht, mich in der schweren
Zeit zu unterstützen, aber es war aussichtslos. Heute verstehe ich,
dass mir niemand anderes als ich mir selbst helfen konnte. Denn wer
sonst, hat Zugang zum tiefsten inneren meiner Seele? Niemand konnte das unkontrollierte Feuer in mir löschen oder es bändigen- außer mir selbst...
Und trotzdem bin
ich den vielen Freunden um mich herum von Herzen dankbar! Dankbar
dafür, dass sie mir durch ihre Wärme geholfen haben nicht ganz zu
erfrieren. Danke an jeden einzelnen von euch! Am meisten möchte ich
Marcel danken! Du warst wie ein Leuchtturm im schlimmsten Sturm! Du
warst mir immer wieder Rettungsanker wenn ich gar nicht mehr wusste,
wer ich bin und wenn ich vor Schmerzen und Verzweiflung nicht mehr
wusste wohin. Von Herzen Danke!
Das
Feuer lehrte mich, dass ich Spielball der Flammen werden kann wenn
ich mich aufgebe, wenn ich es die Macht über mich gewinnen
lasse...ich lernte es... weil es mich verbrannte. Aber lasst euch sagen, ein gebranntes Kind
scheut das Feuer nicht mehr! Aber ich achte das Feuer seitdem sehr!
Vor allem mein eigenes.
Das
Feuer lehrte mich, dass mir die Flammen nichts anhaben können, wenn
ich Abstand gewinne, ab und zu mal einen Schritt zurück gehe und mir
das Feuer der Zerstörung aus sicherer Entfernung ansehe... und mit
dem Wind, Erde und dem Wasser im Zaum halte. Damit alles in mir
wieder ins Gleichgewicht kommt.
Das
Feuer lehrte mich, dass Wärme alle Kraft meines Lebens ist. Und zwar
die Seelenwärme in mir. Liebe.
Das
Feuer lehrte mich, dass es an mir selbst liegt, ob ich im Dunkeln
stehen möchte oder ob ich mich traue, das Feuer zu nutzen um Licht
ins dunkel meiner Seele zu bringen, Wärme und Geborgenheit damit
hervorzurufen. Es liegt an mir...Ich habe immer die Wahl!
Und
wenn jetzt an Litha die Dunkelheit langsam wieder ihre Macht erlangt,
dann werde auch ich mich wieder in die dunklen, ruhigen Wälder
unseres Traumreichwaldes zurückziehen und zur Ruhe kommen. Aber ich
werde mich daran erinnern, dass es das Feuer gibt und dass es nicht
nur zerstören kann, sondern mir auch in tiefster seelischer
Dunkelheit Kraft, Trost, Licht und Wärme geben kann. Ich muss es nur
anzünden. Mein eigenes Seelenfeuer entfachen - …
Ich
habe immer die Wahl!
...und
ihr habt sie auch!!!
Unaufhörlich
dreht das Rad der Zeit
dunkle Tage nicht mehr weit.
In voller Blüte der Sonnengott steht,
mit heißen Winden die Felder umweht.
Wenn der Gott als Gemahl vor die Göttin tritt,
die Hexen tanzen in wildem Ritt.
Brennt die Feuer, erhellt die Nacht.
Singt, tanzt, bis die Glut entfacht.
Nährt die Flammen, nährt sie geschwind,
zu schnell sie erlöschen von eisigem Wind.
Dreht, tanzt, bevor die Sonne sich wendet,
und der Zenit der Kraft sich neiget und endet.
dunkle Tage nicht mehr weit.
In voller Blüte der Sonnengott steht,
mit heißen Winden die Felder umweht.
Wenn der Gott als Gemahl vor die Göttin tritt,
die Hexen tanzen in wildem Ritt.
Brennt die Feuer, erhellt die Nacht.
Singt, tanzt, bis die Glut entfacht.
Nährt die Flammen, nährt sie geschwind,
zu schnell sie erlöschen von eisigem Wind.
Dreht, tanzt, bevor die Sonne sich wendet,
und der Zenit der Kraft sich neiget und endet.
Sieht
man Geister auf und ab,
sieht am Kirchhofszaun sie lauern.
Und die Elfen, die mit Tanz
Hekates Gespann umhüpfen
Und, gescheucht vom Sonnenglanz,
Träumen gleich,
sieht am Kirchhofszaun sie lauern.
Und die Elfen, die mit Tanz
Hekates Gespann umhüpfen
Und, gescheucht vom Sonnenglanz,
Träumen gleich,
wieder
ins Dunkel schlüpfen.
In
diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wundervolles Litha!
Kommt auch ihr langsam wieder zur Ruhe...

