Imbolc
Anfang
Februar gilt es ein ganz besonderes Fest zu feiern: Imbolc
Es
ist Hochwinter und alle alten Energien sind endgültig vorbei. Man
hat die Rauhnächte hinter sich gebracht und auch die langen dunklen
Abende weichen langsam wieder den länger werdenden Tagen. An Imbolc
sind die Tage bereits eine Stunde länger hell als noch im Dezember.
Auch
wenn die dunkle Zeit sich langsam verabschiedet, ist der Frühling
noch in weiter Ferne. Besonders früher wurde dieser dringend
herbeigesehnt. Nicht nur, weil es sehr kalt war, sondern weil die
Bauern alles an Vorräten was sie im Vorjahr gesammelt hatten,
langsam aufgebraucht hatten. Auch die Vorräte an Kraft und Lust der
Lebensfreude waren durch die Dunkelheit langsam aufgebraucht
(Winterdrepressionen)
Ich
kann mir gut vorstellen, wie sich die Leute damals etwas Grün
herbeisehnten. Und es stimmt...Imbolc ist die Zeit, in der die Erde
langsam aus ihrem „Winterschlaf“ erwacht. Die ersten Pflanzen
stecken scheu ihre Köpfe aus der Erde und verraten uns, dass sie
Vorboten des Frühlings sind.
Schneeglöckchen,
die weissbeerige weibliche Misteln,
(und viele mehr) erwachen zu neuem Leben.
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| Hochwinter aber die ersten grünen Pflanzen kündigen den Frühling an |
Imbolc
ist für uns das Fest, um sich auf allen Ebenen vom Winter zu
verabschieden.
Man
nennt es auch das Kerzenfest.
Früher
wurden über den Winter aus dem Talg der im Herbst geschlachteten
Tiere Kerzen gefertigt. Auch die damals sehr kostbaren Wachskerzen
entstanden in kalten Wintertagen am heimischen Feuer. Zu Imbolc
wurden diese neu gefertigten Kerzen geweiht. Die brennende Kerzen
symbolisiert das neuerwachte Licht. Dem Wachs von Imbolc- Kerzen wird
im Volksglauben eine hohe Schutzkraft zugeschrieben. Man verwendete
sie (und tut das auch heute noch) an Krankenbetten, in
Notsituationen, bei Geburten oder einfach dann, wenn man Schutz
brauchte.
Die
Zeit des Frühjarsputzes steht an. Innerlich wie äußerlich. Jetzt
kann man sich Gedanken machen, wovon man sich reinigen möchte, was
man umsetzen möchte. Ist es
nicht bei Dir auch mal wieder Zeit für eine Entrümpelung, eine
Entschlackung, Loslösung von Altem? Durch
diesen Frühjarsputz in uns und um uns können wir Platz schaffen für
neues und uns von den Lasten des Vergangenen reinigen.
Danach
ist es Zeit neue Ideen und Pläne zu schmieden. Doch lasst eure Ideen
nicht zu früh raus. Denn so wie in der Natur die ersten grünen
Triebe auch noch mit den letzten kalten Winterstürmen zu kämpfen
haben, wird es euch auch ergehen. Imbolc ist noch die Zeit des
Stillhaltens und Wartens. In
der Stille kann man das sanfte flackern einer Kerze (seiner
Imbolc-Kerze?) am besten
bewundern und in der Stille kann sie ihre ganze Kraft entfalten.
Ihr
habt noch Zeit, eure Ideen langsam „auszubrüten“
und bei Zeiten zu gebären.
Ich
sehe Imbolc immer gerne als Übergangsfest. Der Winter ist bereits
gebrochen und das neue Leben
im Frühling beginnt
langsam wieder. Imbolc
markiert genau die Hälfte zwischen Wintersonnenwende und
Frühjahrs-tagundnachtgleiche. Man schrieb dieser Zeit eine magische
Wirkung zu. Orakel und Weissagungen wurden also gerne in diesem
Zeitraum gemacht.
Imbolc
ist das Fest der Reinheit. Rein und weiß wie frisch gefallener
Schnee oder wie frische Milch. In keltischen Gegenden ist es immer
noch Brauch, ein wenig Milch über die Türschwellen als Dankesopfer
zu gießen. Wegen dieser
Reinheit sind auch die meisten Imbolc-Kerzen weiß. Auch tragen viele
an diesem Tag helle Kleidung.
Dieses
Fest ist verschiedenen Gottheiten geweiht. Die bekannteste ist wohl
die Brigid. Sie ist die Göttin der Poesie, Heilung und
Schmiedekunst. Andere Göttinnen die an diesem Tag verehrt werden
sind Danu, Cailleach und Epona. Die Winter waren oft sehr streng und
so wurde Imbolc nicht mit einem großen Fest mit großen
Menschenansammlungen gefeiert, sondern in der Regel am heimischen
Herd.
Bräuche
zu Imbolc:
- die Natur langsam aufwecken
- ein Strohkreuz flechten (Brighid´s Crosses)
- eine Strohpuppe als Frau anzuziehen und diese dann in einen Korb legen (Brighid´s Bed) um die Brigid ins Haus einzuladen
- Einen Holzscheit aus Ebereschenholz ins Feuer legen und am nächsten Morgen nach Zeichen der Brigid zu schauen (heute gibt es da die Tradition des Bleigießens)
- eine Kerze in der Abenddämmerung anzünden und erst in der Morgendämmerung wieder löschen
- Alle Räume des Hauses reinigen und ausräuchern
- Frühjarsputz machen
- Kerzen gießen
- Besen aus Weiden binden (Hexenbesen werden auch an Imbolc geweiht)
Ich
möchte euch noch kurz erklären, was Imbolc eigentlich bedeutet:
Seine
Wurzeln hat das Mitwinterfest Imbolc in Irland. Sein Name stammt aus
dem Gälischen Wort (O`imelc, imolg oder imbulc) ab, welches sich aus
„oi“ (keltisch für Schaf) und „melcg“ (keltisch für Milch)
zusammensetzt.
Es
bedeutet also Schafsmilch in Anlehnung darauf, dass bald die
Frühjarslämmchen geboren werden. Das
neues Leben erwartet wird...
In
diesem Sinne wünschen wir euch allen ein friedliches Erwachen und
ein magisches Imbolc :)
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| Imbolc: Die Natur erwacht zu neuem Leben |



